Dekubitus Stadium III
Wenn Zusammenarbeit Wundheilung unterstützt – Dekubitusversorgung nach schwerem Klinikaufenthalt
Hinweis: Im folgenden Fallbeispiel finden Sie Fotos einer Wundbehandlung. Diese können für manche Betrachter:innen belastend wirken.
Dekubitusbehandlung erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit, Angehörigenunterstützung und alltagstaugliche Versorgungskonzepte. Trotz komplexer Vorerkrankungen und einer belastenden Ausgangssituation konnte durch eine strukturierte Wundversorgung und die aktive Mitarbeit aller Beteiligten ein stabiler Heilungsverlauf erreicht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
Ein Dekubitus im Stadium III nach einem langen Krankenhausaufenthalt stellt Betroffene und Versorgungsteams oft vor große Herausforderungen.
Dieses Fallbeispiel zeigt, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit, Angehörigenunterstützung und strukturierte Wundversorgung den Heilungsverlauf beeinflussen können.
Wundheilung ist selten das Ergebnis einer einzelnen Maßnahme. Gerade bei schwer erkrankten Patient:innen zeigt sich, wie entscheidend das Zusammenspiel aller Beteiligten sein kann. Ein aktuelles Fallbeispiel unserer Wundexpertin Eva-Maria zeigt, welche Bedeutung interdisziplinäre Zusammenarbeit, Angehörigenengagement und konsequente Versorgung im Alltag haben können.
2. Ausgangssituation
Dekubitus nach schwerem Krankenhausaufenthalt
Frau L., Jahrgang 1957, blickt auf einen langen und belastenden Krankenhausaufenthalt zurück. Aufgrund einer akuten Bradykardie wurde sie notfallmäßig ins Krankenhaus eingeliefert. Im weiteren Verlauf erlitt sie einen NSTEMI (Myocardinfarkt) und erhielt mehrere Stents. Zusätzlich wurde ein ICD (implantierbarer Kardioverter-Defibrillator) implantiert. Nach weiteren Komplikationen und Infektionen wurde die Patientin schließlich mit einer sogenannten LifeVest (Defibrillatorweste) versorgt.
Während des stationären Aufenthalts – unter anderem auf der Intensivstation – entwickelten sich zwei Dekubitalulzera. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgte zunächst ein Aufenthalt in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung, bevor die Wunden von Frau L. Ende Februar durch OPED Wundversorgung versorgt wurden.
Die Ausgangssituation war komplex: Neben den Dekubitalulzera bestanden zahlreiche Vorerkrankungen, darunter eine dialysepflichtige Niereninsuffizienz, kardiologische Erkrankungen, Asthma bronchiale sowie eine eingeschränkte Mobilität. Die Patientin war stark geschwächt und zu Hause nur mit Rollator mobil.
4. Vertrauen in OPED Wundversorgung
Warum sich die Familie bewusst für OPED Wundversorgung entschied.
Die Zusammenarbeit mit OPED Wundversorgung entstand nicht zufällig. Bereits der Ehemann der Patientin war zuvor durch unser Team versorgt worden. Die positiven Erfahrungen führten dazu, dass die Familie ausdrücklich erneut eine Versorgung durch OPED Wundversorgung wünschte. Auch der behandelnde Hausarzt unterstützte den Wechsel und begrüßte die weitere Zusammenarbeit.
Bei der Aufnahme am 27.02.2026 zeigten sich zwei Dekubiti Stadium III:
ein Dekubitus am Steißbein ein größerer Dekubitus an der rechten Gesäßhälfte mit festhaftendem Fibrinbelag und Exsudation.
3. Unsere Wundexpertin:
Eva-Maria Matthes
Eva-Maria Matthes ist seit Sommer 2024 Teil von OPED Wundversorgung und bringt langjährige Erfahrung aus unterschiedlichen Bereichen der Akut- und Intensivpflege mit. Nach ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr absolvierte sie ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin am Klinikum Bamberg und arbeitete anschließend unter anderem in der Radioonkologie sowie auf chirurgischen Intensivstationen.
Es folgte die Fachweiterbildung zur Intensiv- und Anästhesiepflegerin, bevor sie an die Unfallklinik Murnau wechselte. Dort betreute sie auf der Intensivstation unter anderem Patient:innen mit Rückenmarksverletzungen und schweren Brandverletzungen.
Heute begleitet Eva Patient:innen im Rahmen der modernen Wundversorgung bei OPED Wundversorgung. Dabei ist ihr besonders die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten wichtig, denn erfolgreiche Wundheilung entsteht für sie nicht nur durch die richtige Therapie, sondern vor allem durch Vertrauen, Struktur und gemeinsame Lösungen im Alltag.
5. Therapieentscheidung
Versorgung gemeinsam gestalten
Bereits beim ersten Gespräch mit der Patientin und ihrem Ehemann wurde deutlich, dass eine erfolgreiche Versorgung nur gemeinsam gelingen würde. Deshalb wurde frühzeitig ein Pflegedienst in die Versorgung eingebunden. Zusätzlich erfolgte eine umfassende Beratung zu unterstützenden Maßnahmen im Alltag.
Besprochen wurden unter anderem:
- regelmäßige Lagerung und Druckentlastung
- Mobilisation
- Ernährung und eiweißreiche Kost
- Hygienemaßnahmen
- Schmerzmanagement
- Unterstützung im häuslichen Umfeld
Die Versorgung wurde gemeinsam geplant und eng abgestimmt. Regelmäßige Wundvisiten sowie der kontinuierliche Austausch mit dem Pflegedienst ermöglichten eine strukturierte Begleitung des Heilungsverlaufs.
6. Gemeinsam den Heilungsweg gestalten
Wenn Angehörige Teil der Therapie werden.
Besonders beeindruckend war in diesem Fall die aktive Unterstützung durch den Ehemann der Patientin. Er organisierte Lagerungshilfsmittel, kümmerte sich um eiweißreiche Ernährung und unterstützte seine Frau konsequent bei Mobilisation und Lagerung. Für die notwendige Bauchlage baute er sogar ein eigenes Lesepult, um die Situation für seine Frau angenehmer zu gestalten.
Gleichzeitig wurden auch kleine Maßnahmen konsequent umgesetzt: Da die Versorgung im Winter begann, stellte die Familie beispielsweise Überschuhe und Hygienematerialien bereit, um die Wundversorgung im häuslichen Umfeld zusätzlich zu unterstützen.
7. Heilungsverlauf: Positive Entwicklung trotz schwerer Ausgangssituation
Im Verlauf zeigte sich ein rascher und kontinuierlicher Heilungsprozess. Die gute Zusammenarbeit zwischen Patientin, Angehörigen, Pflegedienst und Wundversorgung trug wesentlich dazu bei, dass die empfohlenen Maßnahmen konsequent umgesetzt werden konnten.
Neben der körperlichen Verbesserung spielte auch die emotionale Komponente eine wichtige Rolle. Die positiven Fortschritte halfen der Patientin dabei, die belastenden Erfahrungen aus dem Krankenhausaufenthalt besser zu verarbeiten.
Für unsere Wundexpertin Eva war dieser Fall besonders eindrucksvoll:
„Mich hat beeindruckt, wie viel Zuversicht die Patientin trotz ihres schweren Leidenswegs hatte – und wie stark die Unterstützung durch Familie und Pflegedienst zur Heilung beigetragen hat.“
8. Was dieses Fallbeispiel zeigt
Dieser Fall verdeutlicht, dass die moderne Wundversorgung weit über die lokale Behandlung einer Wunde hinausgeht. Insbesondere bei Dekubitus spielen Faktoren wie Ernährung, Mobilisation, Druckentlastung, Angehörigenarbeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit eine zentrale Rolle.
Er zeigt außerdem,
- wie wichtig strukturierte Versorgungskonzepte sind.
- wie entscheidend die aktive Mitarbeit aller Beteiligten sein kann.
- und: Welchen Einfluss individuelle Lösungen im Alltag auf den Heilungsverlauf haben können.
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10. Mini-Exkurs:
NSTEMI (Herzinfarktform)
Ein NSTEMI (Non-ST-Segment-Elevation Myocardial Infarction) ist eine bestimmte Form des Herzinfarkts (Myokardinfarkt), bei der typische Veränderungen im EKG fehlen können.
ICD
Ein ICD ist ein implantierbarer Defibrillator, der gefährliche Herzrhythmusstörungen erkennen und behandeln kann.
LifeVest
Die LifeVest ist eine tragbare Defibrillatorweste zur vorübergehenden Überwachung und Behandlung schwerer Herzrhythmusstörungen.
10. Passende Artikel
Häufige Fragen zur Wundversorgung und Dekubitus
Dekubitus Stadium III ist eine tiefe Druckverletzung der Haut, bei der bereits Gewebe in tieferen Hautschichten geschädigt ist. Solche Wunden entstehen häufig bei längerer Immobilität, beispielsweise nach Krankenhaus- oder Intensivaufenthalten.
Nach langen Krankenhaus- oder Intensivaufenthalten können eingeschränkte Mobilität, Druckbelastung, schwere Vorerkrankungen sowie ein geschwächter Allgemeinzustand die Entstehung von Dekubitus begünstigen.
Druckentlastung ist eine der wichtigsten Maßnahmen in der Dekubitusversorgung. Durch regelmäßige Lagerung und Positionswechsel wird die Durchblutung des Gewebes verbessert und das Risiko weiterer Druckschäden verringert.
Eine ausreichende Versorgung mit Eiweißen und Nährstoffen unterstützt den Körper bei der Wundheilung. Insbesondere bei chronischen oder tiefen Wunden steigt der Bedarf an Energie und Proteinen deutlich an.
Bei komplexen Wunden ist häufig die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen erforderlich. Ärzt:innen, Pflegedienst, Angehörige und spezialisierte Wundexpert:innen stimmen gemeinsam Therapieziele ab und setzen diese im Alltag um.
Angehörige können im Alltag wichtige Unterstützung leisten, beispielsweise bei der Mobilisation, Lagerung, Ernährung oder Organisation der häuslichen Versorgung. Gerade bei chronischen Wunden kann dies den Heilungsverlauf positiv beeinflussen.
NSTEMI steht für „Non-ST-Segment-Elevation Myocardial Infarction“ und beschreibt eine Form des Herzinfarkts ohne typische ST-Streckenhebung im EKG. Auch diese Form eines Herzinfarkts kann schwerwiegende Folgen haben und erfordert eine schnelle Behandlung.
Ein ICD (Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator) ist ein medizinisches Gerät, das gefährliche Herzrhythmusstörungen erkennt und behandelt. Er wird dauerhaft implantiert und kann im Notfall elektrische Impulse oder Schocks abgeben.
Die LifeVest ist eine tragbare Defibrillator-Weste für Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen. Sie überwacht den Herzrhythmus kontinuierlich und kann bei Bedarf automatisch einen lebensrettenden Schock auslösen.
Quellen:
- Stiftung Gesundheitswissen: Implantierbarer Defibrillator (ICD)
- Deutsche Herzstiftung: Defibrillatoren
- DocCheck Flexikon: NSTEMI
- DocCheck Flexikon: Defibrillatorweste (LifeVest)
- EKG & Echo: Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI)








